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18.06.2012

Pensionsvorschläge - Kritik an den Kritikern

Unterstützung der IV-Steiermark für den Vorstoß Schützenhöfers.

Anstöße für Pensionsantritt mit 67 sowie einmalige Aussetzung einer Erhöhung sind Blickwinkel der Verantwortung anstatt Brille des Parteipolitikers. Jetzt langfristige Lösungen anzustreben statt auf Crash-Szenario zuzusteuern, ist ein notwendiger Weg. Industrie für eine Diskussion zur Lösung der Pflegefrage offen.

Wenig Verständnis für die zuletzt geäußerte Kritik diverser Interessenvertreter und Parteien an den Vorschlägen des steirischen Landeshauptmann Stellvertreters, Hermann Schützenhöfer, hat die steirische Industrie. Es sei typisch für die schlechte Diskussionskultur in diesem Land, dass sofort, wenn jemand unangenehme aber richtige Tatsachen anspricht, eine Pauschalablehnung erfolge, ohne auf die Inhalte einzugehen. „Es ist dem steirischen ÖVP-Chef hoch anzurechnen, dass er als einer der wenigen Spitzenpolitiker Österreichs dieses für die künftige Stabilität in diesem Land außerordentlich wichtige Thema aus dem Blickwinkel der Verantwortung und nicht mit der Brille des Partei- oder Interessenpolitikers betrachtet!", stellt der Präsident der IV-Steiermark, Jochen Pildner-Steinburg, fest.

Es können nur ganz unbedarfte Geister meinen, dass all die dramatischen Veränderungen der letzten Jahre keine Auswirkungen haben werden. Steigende Lebenserwartung, demographische Überalterung und kürzere Lebensarbeitszeiten lassen ein Verharren im derzeitigen System einfach nicht zu oder man riskiere entweder den Kollaps der Sozialsysteme oder die Aufkündigung des Generationenvertrags durch die Jungen, die nicht mehr bereit sein werden, den Großteil ihres Einkommens der Pensionssicherung zur Verfügung zu stellen. „Schützenhöfer hat völlig recht, wenn er sagt, dass es ein Gebot der Stunde ist, heute langfristige Änderungen schrittweise zu beginnen anstatt abzuwarten und dann in einem Crash-Szenario zu enden. Von dieser Sorte verantwortungsloser Politik haben wir die letzten Jahre schon zu viel gehabt.", warnt Pildner-Steinburg vor einer Realitätsverweigerung.

Vielmehr sollten sich die notorischen Strukturbewahrer Kohl und Blecha überlegen, warum ein über Jahrzehnte ausgewiesener Sozialpolitiker wie Schützenhöfer einen solchen Vorstoß mache. Hier stehe politische Verantwortung offensichtlich gegen falsch verstandene Klientelpolitik. Dies gelte auch für die angesprochene Aussetzung einer Pensionserhöhung, die ein vertretbarer Beitrag zu den Konsolidierungsbemühungen darstelle.

Dass man als Industrie jedenfalls bereit sei, unangenehme Themen aufzugreifen, könne man an der Bereitschaft sehen, über die vorgeschlagene Versicherung für die Pflege eingehend zu diskutieren, da in diesem Sektor ebenfalls eine tragbare Zukunftslösung auf den Tisch muss, wenn einem das Schicksal der einfachen Menschen am Herzen liege, so der IV Präsident.


Fotos
Mag. Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark
Mag. Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark