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[ 13.01.2012 ]

Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Steiermark 2012

Auch heuer wieder lud die Industriellenvereinigung zum bereits traditionellen Neujahrsempfang ins Haus der Industrie.

Über 160 Gäste aus Wirtschaft, Sozialpartnerschaft und Medien konnten Anfang Jänner im Haus der Industrie in der Hartenaugasse begrüßt werden. Präsident Pildner-Steinburg blickte zu Beginn kurz auf das abgelaufene Jahr zurück und stellte Prognosen für das Jahr 2012. Hier ein Auszug aus der Rede:

 

Das vergangene Jahr war für die Industrie durchaus gut. Im Herbst gab es einen klaren Abschwung aber - im Gegensatz etwa zu den Niederlanden und Frankreich - keine Rezession. Der produzierende Sektor in Österreich und in der Steiermark steht fest auf beiden Beinen und ist der Hauptmotor für Beschäftigung. Die Bäume werden 2012 nicht in den Himmel wachsen und man muss wachsam sein, aber es gibt keinen Grund, für nächstes Jahr nicht auch Chancen zu sehen. Vor allem deshalb, weil die Industrie international gut positioniert ist und vom Weltwachstum profitiert.

Keine gute Meldung ohne ein dickes Aber!  Das was uns im Bereich der Staatsfinanzen, der Währung und im Finanzsektor wirklich erwarten wird, ist heute kaum vorhersehbar. Vorhersehbar aber ist, dass das Schicksal Österreichs und damit  auch das der Steiermark noch nie so sehr mit dem Schicksal Europas verknüpft war, wie jetzt. Zum Aufwachen ist es keine Minute zu früh denn seit 2011 ist klar: Wir werden eine gänzlich andere EU bekommen - oder keine EU, mit allen Folgen. In Österreich herrscht aber nach wie vor Ignoranz. Aufgrund einer harten Klientelpolitik wird in Österreich gesagt, man habe kein Pensionsproblem, man habe kein Bildungsproblem, man habe kein Verwaltungsproblem, man habe kein Problem mit einem ausufernden Sozialstaat, kein Problem mit explodierenden Gesundheits- und Pflegekosten, man habe stattdessen lediglich ein Gerechtigkeitsproblem und zu geringe Steuern - leicht absurd bei einer Abgabenquote von fast 43 %.

Für die IV Steiermark sind Grundsatzfragen wie jene nach der Gerechtigkeit wichtig denn wir sehen den Mensch und seine gerechte individuelle Chance auf Entwicklung und Lebensqualität im Fokus. Eine Gerechtigkeitsdiskussion macht Sinn, wenn es darum geht, sich über Fairness und Redlichkeit Gedanken zu machen und gesellschaftliche Schwachstellen auszuloten. Sie wird aber dann problematisch, wenn ihr Ursprung politische Instrumentalisierung ist. Der beste Weg aus der Falle eines Kampfes „wir" gegen „die" wäre, dass jeder einmal vor seiner eigenen Türe kehren anfängt und sich fragt, was sein Beitrag sein könnte und nicht, was er von anderen zu bekommen habe.

Ein Punkt ist sicher richtig: die Frage der Verteilung von Ressourcen und Chancen innerhalb einer Gesellschaft entscheidet über deren stabile Entwicklung. Aber es gibt eine intelligente und eine dumme Methode. Die Dumme ist die Methode nach dem Prinzip der Enteignung und dem Slogan „Eat the Rich". Eine intelligente und nachhaltige Verteilung setzt über Investitionen Produktivkräfte frei. Es darf Kapital nicht gehortet und nicht verspekuliert sondern es müssen wettbewerbsfähige und nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen werden, durch die die Partizipation des Einzelnen am gesamten Volksvermögen stattfindet. Das sichert nicht nur den „fair share" sondern auch Lebenssinn.

In der Steiermark hat man die Zeichen der Zeit jedenfalls besser erkannt. Voves und Schützenhöfer versuchen, Probleme anzugehen und zu bewegen und zeigen, dass man auch den Mut haben kann, zu Entscheidungen zu stehen und man damit Respekt gewinnt und nicht verliert. Obwohl einige Punkte trotzdem zu kritisieren sind! Es wurde zu spät das wahre Ausmaß der Finanzprobleme des Landes gesehen und die derzeitige Salamitaktik wird nicht zielführend sein. Im Bereich der Strukturreform der Verwaltungsebenen, Stichwort Gemeinde und Bezirke hätte das Land früher mehr Richtung vorgeben müssen. Und wir müssen aufpassen, dass wir mental nicht insgesamt einer Obsession an der Kontraktion erliegen. Was die Steiermark jetzt macht, ist nichts, was sie erleidet - ganz im Gegenteil es kann ein Aufbruch sein. Unsere Industrie Sicht der Steiermark ist jene eines Landes, das dynamisch ist, professionell, mit Zukunftsthemen beschäftigt, forschungs- und innovationsorientiert, weltoffen, auf Hightechprodukte und -lösungen spezialisiert, kreativ, bodenständig und mit hoher Lebensqualität. Mit einem Wort ein Platz mit Lebensqualität und ein Platz, der Zukunft hat. Dort müssen wir das Land hinführen und was immer das Jahr 2012 uns noch bringen wird, von diesem Weg sollen und wollen wir uns nicht abbringen lassen. Wie Dante schon sagte: Der eine wartet dass die Zeit sich wandelt, der andere packt an und handelt.





"Sozialpartnerrunde": Landwirtschaftskammerpräs. Wlodkowski, WK-Präs. Herk, IV-Präs. Pildner-Steinburg, ÖGB-Präs. Schachner, IV Geschäftsführer Krautzer Bernhard Rebernik mit Josef Affenzeller und Robert Hofer
Franz Moosbeckhofer mit Gattin Franz Friesenbichler im Gespräch mit Thomas Drnek
Günter Dörflinger im Gespräch mit Christian Knill, Johann Höllwart und Johann Christof Gilbert Frizberg und Gunther Knill
Ernst Sittinger im Gespräch mit Christian Kehrer und Martin Gölles Claudia Macheiner mit Martin Gölles und Christian Kehrer
Hans Rinner und Martin Bartenstein Christan und Gunther Knill
Präsident Pildner-Steinburg bei seiner pointierten Rede Thomas Krautzer, Jochen Pildner-Steinburg und Stefan Stolitzka
Claudia Macheiner im Gespräch mit Christian Kehrer Stefan Stolitzka diskutiert mit Christian Knill
Jochen Pildner-Steinburg im Gespräch mit Michael Mayer-Rieckh Ilse Bartenstein mit Georg Bucher
Manfred Rath im Gespräch mit Johannes Schick Stephan Gillich mit Gerhard Grassegger und Walter Lackner
Gerhard Fabisch im Gespräch mit Eduard Wünscher und Herbert Ritter Robert Hofer im Gespräch mit Ilse Bartenstein
v.l.n.r.: LAbg. A. Pichler Jessenko im Gespräch mit R. Steiner (Energie Graz) Thomas Krautzer im Gesrpäch mit Angelika Kresch
Herbet Pock mit Peter Perkonigg Johann Christof mit Johann Höllwart
M. Jeindl (Raiffeisenlandesbank Stmk.), Frau Bittamnn und B. Bittmann (Seitner & Bittmann)
Peter Mühlbacher im Gespräch mit Gunther Knill Dr. Josef Affenzeller im Gespräch mit DI Stefan Rohringer
WK-Präs. Josef Herk im Gespräch mit Günter Encic und Gerhard Koch
 



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