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[ 30.11.2011 ]

Was tun in härteren Zeiten?

Die letzten Daten sind ziemlich eindeutig – die Phase des Aufschwungs nach der 2008er Krise ist zu Ende und wir werden uns stärker seitwärts bewegen.

Für einige Branchen wird das einen tieferen Einschnitt bedeuten, andere werden stagnieren, es wird auch - wie immer - Betriebe geben, die ganz ausgezeichnet performen, aber grosso modo werden die Zeiten härter. Was sind aber härtere Zeiten für Betriebe? Sicher nicht welche, in denen man die Hände in den Schoß legt und masochistisch schaudernd auf neue Krisenmedlungen blickt oder das in Österreich so beliebte Motto lebt: „weil's eh scho wurscht is". Man konzentriert sich, versucht flexibel zu sein und unnötigen Ballast abzuwerfen und versucht seine Wettbewerbsfähigkeit bestmöglich in den Markt zu bringen. Allerdings hat diese Wettbewerbsfähigkeit betriebsinterne Faktoren (für die jeder selbst sorgen muss) und Faktoren die von außen wirken. Für diese ist aber die Politik zuständig. Eine kleine Aufzählung gefällig? Produktionskosten (Infrastrukturkosten, Arbeitskosten und Steuern), F&E, Qualifikation und Bildung, Infrastruktur (Transport und Verkehr, Telekom, Energie, Flächen), Nachfragebedingungen des Marktes, Wettbewerbsstruktur, Gesetzgebung und öffentliche Verwaltung, Makropolitik (öffentliche Schuldnequoten, internationale Politik), Förderungen, Finanzmarktbedingungen, Regulierungen (Arbeit und Arbeitsmarkt, Genehmigungen, Liberalisierungen), gesellschaftliches Umfeld (Stabilität und Sicherheit, Mentalität der Bevölkerung, Lebensqualität, Standortimage). Da soll noch einmal einer sagen, Politik leidet an einem Mangel an Gestaltungsmöglichkeit. Derzeit drängt sich eher der Verdacht auf, dass man sich durch die kritischen Rahmenbedingungen geradezu entpflichtet fühlt, hart an den Standortfaktoren und damit an der Wettbewerbsfähigkeit der Republik zu arbeiten. Geht etwas schief, dann war es die schlechte Zeit, der böse Markt, die Spekulation oder ..., an Auswahl mangelt es derzeit ja ohnehin nicht. Was sollten härtere Zeiten also für Länder bedeuten? Sich konzentrieren, Flexibilität aufbauen, unnötigen Ballast abwerfen und versuchen, die eigene Standortqualität bestmöglich abzusichern. Damit hat man klare Ziele vor Augen und macht jedenfalls das Richtige. Ob es am Ende genug sein wird, liegt manchmal nicht einmal in der Hand von Staaten oder gar Regionen. Weniger darf es aber keinesfalls sein!

Mag. Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der IV-Steiermark
Mag. Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der IV-Steiermark




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