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[ 05.07.2010 ]
Etwas entgleitet uns!Eine der zentralen Auswirkungen der Krise 2009 wird eine massive Machtverschiebung in den asiatischen Raum sein.Die Asiaten nutzen nicht nur ihre schier unerschöpflichen Ressourcen, sie können mittlerweile auf fast doppelt so viele MINT-Absolventen (d.s. Technik, Naturwissenschaft und IT) verweisen als die Europäer, was unseren Vorsprung dramatisch schrumpfen lässt. In dieser Situation ist es unerlässlich, alle Anstrengungen zu unternehmen, um zumindest in der Spitzentechnologie unsere Position zu halten. Sind wir aber für so eine Anstrengung wirklich gerüstet?
Die brandneue "Styrian Science Study" des OGM Instituts hat da einige Ernüchterung gebracht. Fragt man die Bevölkerung, ob die Steiermark für Wissenschaft und Forschung steht, stimmen 29 % zu, fragt man ob sie für Tourismus oder Freizeit und Sport steht, stimmen jeweils 50 % zu, fragt man ob sie für Natur und Landschaft steht, liegen wir bei 78 %. Wenn man ins Detail geht, erkennt man, dass das Problem noch viel tiefer liegt und in die Zukunft weist: Nur 4 % der unter 30 Jährigen verbinden die Steiermark ohne Abstriche mit Wissenschaft und Forschung (demgegenüber aber 44 % der über 50 Jährigen), nur 8 % der Maturanten und nur 15 % der Frauen. Da ist etwas im Begriff, uns zu entgleiten, denn wir haben ein offensichtliches mentales Grundproblem bei den zukunftskritischen Zielgruppen: nämlich die fehlende Überzeugung, dass für den Erhalt von Wohlstand, friedlicher Gesellschaft und landschaftlicher Schönheit viel Anstrengung und wirtschaftlicher Erfolg basierend auf wissenschaftlicher Leistung auch abseits von Soziologie, Pädagogik und aktuell Fußball notwendig ist. [ Renate Pichler ]
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